Pressespiegel
Rohstoffe langfristig sichern:
Kooperationen in der Lebensmittelindustrie immer wichtiger
Oliver Wolter im Gespräch mit der Agrarzeitung, Ausgabe 47 vom 26.11.2010, Autor Angela Werner
Frankfurta.M./AW Die Konsolidierung in der Ernährungsbranche wird weitergehen.
Vor allem in der Lebensmittel verarbeitenden Industrie erwarten Analysten weitere
Zusammenschlüsse. Auch der Milchmarkt wird interessanter für Investoren.
Die Ernährungsbranche in Deutschland wird weiter wachsen, ist sich Oliver Wolter,
Leiter Akquisitionen und Finanzierung der Rabobank International, sicher. Wolter
schätzt das Wachstum auf jährlich rund 4 Prozent. "Haupttreiber für diese
Entwicklung ist die fortschreitende Konsolidierung, vor allem in der Verarbeitungsindustrie", erklärte er während eines Analystentreffens in dieser
Woche in Frankfurt a.M. 6000 Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen würden nur
rund 45 Einzelhandelsunternehmen gegenüberstehen, wobei davon wiederum fünf
Großkonzerne 70 Prozent des Marktes bestreiten. Wolter rechnet in den kommenden
zehn Jahren damit, dass die Zahl der Verarbeitungsunternehmen in Deutschland um
20 bis 30 Prozent abnehmen wird.
Künftig werde es auch immer mehr "Partnerships" entlang der Wertschöpfungskette
geben, insbesondere zwischen Produzenten, Verarbeitern und Großhändlern, ergänzt
Cyrille Filott, Leiter Food & Agribusiness Research Europa bei der Rabobank. Als
Beispiel nannte er die Zuckerverarbeitung. Denn die Rohstoffsicherung rücke immer
stärker in den Vordergrund.
Mit dem Wegfall der Milchquote werde sich auch die Unternehmensstruktur am
Milchmarkt ändern. Davon ist Dr. Hendrik Hirsch von der Anwaltssozietät CMS
Hasche Sigle überzeugt. Er erwartet eine Konsolidierung insbesondere unter den
Privatmolkereien, aber auch ein zunehmendes Interesse ausländischer Investoren.
Aus Investorensicht ist laut Wolters vor allem die Entwicklung der Märkte für
Convenience-Produkte oder Functional Food in Deutschland auf Grund der höheren
Margen interessant. Hier gebe es noch reichlich Potenzial.
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