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Die deutsche Rotfleischindustrie auf der Schwelle zum Strukturwandel - Neue Rabobank-Studie
Der deutsche Markt für Rind- und Schweinefleisch steht vor einem Umbruch. Ein Markt, in dem sich langfristig nur Unternehmen behaupten können, die entweder aufgrund Ihrer Betriebsgröße zu niedrigen Herstellungskosten produzieren oder Nischenanbieter, die gezielt spezielle Marktsegmente abdecken. Eine Konsolidierung zeichnet sich ab.
23-03-2007 | Die deutsche Fleischindustrie steht vor einem Strukturwandel. Die Gründe für diesen Veränderungsprozeß sind vielschichtig: Internationalisierung der Fleischproduktion, die Entwicklung Deutschlands vom Netto-Importeur zum -Exporteur, verändertes Konsumentenverhalten wie die steigende Nachfrage nach fettreduzierten Fertiggerichten, Konsolidierungen im Lebensmitteleinzelhandel, wachsender Absatz von Frischfleisch und verarbeitetem Fleisch im Discount sowie aktuelle Investitionspläne zur Erweiterung von Schlachtkapazitäten. Speziell diese Investitionen führen zu weiteren Überkapazitäten und heizen den ohnehin schon starken Wettbewerb auf dem Lebendtiermarkt für Schweine und Rinder zusätzlich an, wodurch folglich Preiserhöhungen absehbar sind.
Konsolidierungsdruck
Diese Entwicklung wird nicht nur den Wettbewerb unter deutschen Fleischunternehmen sondern auch den internationalen Wettbewerb an beiden Enden der Wertschöpfungskette verschärfen - beim Schlachtvieh wie auch beim Kampf um die Listungen im Lebensmitteleinzelhandel.
Die Hersteller werden zunehmend in die Kostenzange genommen - übermäßig steigende Kosten für Rohstoffe auf der einen Seite und unter Druck geratene Verkaufspreise andererseits. Der Druck auf spezialisierte fleischverarbeitende Unternehmen verschärft sich zusätzlich durch die aktuelle Vorwärtsintegration einiger Schlachthäuser hin zur Fleischverarbeitung. Konsolidierung auf dem deutschen Fleischmarkt ist die zwangsläufige Folge.
Die Konsolidierung auf dem Markt für Schweinefleisch ist bereits heute deutlich zu erkennen. Schon jetzt halten die drei wesentlichen Marktteilnehmer zusammen 49% Marktanteil, obwohl es bis jetzt noch keinen eindeutigen Markführer gibt. Im Rindfleischmarkt teilen sich acht Unternehmen 57% des Marktes, wobei der Marktführer über 30% Marktanteil verfügt. Ein anderes Bild stellt sich im stark fragmentierten Markt für verarbeitetes Fleisch dar. In diesem Segment kommen die 15 größten Unternehmen nicht mal auf 25% Marktanteil. Die Tatsache, dass unter den Top 5 Unternehmen drei Schlachthäuser vertreten sind ist ein weiteres Indiz für die fortschreitende Vorwärtsintegration.
Die Rabobank geht davon aus, dass etwa ein Viertel der 244 Schlachthäuser und 1.014 Fleisch verarbeitende Betriebe bis 2015 ihr Geschäft aufgeben werden. Und dies obwohl die typisch deutschen Strukturen mit einem starken lokalen Markt, einer regional orientierten Produktion und zahlreichen Familienunternehmen eine weitere Konsolidierung in diesem Zeitrahmen eher noch aufhalten werden.
Diese Prognose zwingt die deutsche Rotfleischindustrie Bilanz zu ziehen. Sowohl Unternehmen in der Schlachtung als auch in der Weiterverarbeitung müssen ihre gegenwärtige Situation überprüfen und existenzsichernde Strategien entwickeln. Voraussetzung für künftigen Markterfolg sind neben Flexibilität und Kreativität die Fähigkeit, einen Zusatznutzen, den sog. "added Value" zu schaffen.
Jeder Konsumenten- und Markttrend erfordert individuelle Herangehensweisen. Die Alternativen beinhalten die Konzentration auf Markt- und Produktentwicklung und, vermutlich am wichtigsten, auf die Konsolidierung.
Die Rabobank Studie "The German Red Meat Industry" untersucht diese Herausforderungen und Entwicklungen und bietet Einblicke in Handlungsalternativen, die Unternehmen zur Verfügung stehen, um diesen Herausforderungen entgegenzutreten und auf die Entwicklungen entsprechend zu reagieren.
Dieser Report wird den Geschäftskunden der Rabobank zur Verfügung gestellt.
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